KZ-Nebenlager „Lieberose"

Der Gedenkort Jamlitz bezieht seine Bedeutung aus der besonderen Geschichte des hier ab November 1943 von der Waffen-SS eingerichteten Nebenlagers des KZ Sachsenhausen („Arbeitslager Lieberose"), das im Laufe des Jahres 1944 zum größten jüdischen Häftlingslager im Osten des Altreiches wurde. Das Vernichtungszentrum Auschwitz-Birkenau diente diesem Jamlitzer Lager, welches faktisch dem SS-Führungshauptamt unterstand, einerseits als Arbeitskräftequelle und andererseits der Vernichtung der nicht mehr arbeitsfähigen Jamlitzer Häftlinge, die monatlich dorthin zurückgebracht wurden.
Das SS-Führungshauptamt ließ mit primitivsten Hilfsmitteln durch diese Häftlinge Kasernen, Straßen und militärische Anlagen für den SS-Truppenübungsplatz „Kurmark" errichten.
Von schätzungsweise 6 - 10.000 jüdischen Häftlingen aus 12 europäischen Ländern, vor allem aus Polen und Ungarn, sind bis zur Auflösung des Lagers weit mehr als die Hälfte gestorben oder zur Vernichtung nach Auschwitz-Birkenau zurückgebracht worden.
Bei der Liquidierung des Lagers am 2. Februar 1945 ermordete die SS auf dem Lagergelände etwa 1200 marschunfähige Häftlinge, weitere 1500 wurden auf den Evakuierungsmarsch nach Oranienburg getrieben.
Den Krieg überlebten nicht mehr als 400 der jüdischen Häftlinge.
Als 1971 ein Massengrab mit Gebeinen der Ermordeten bei Staakow entdeckt wurde, entschieden die DDR-Verantwortlichen, nicht am historischen Ort in Jamlitz, wie ursprünglich geplant, sondern einige Kilometer entfernt in der Stadt Lieberose ein Mahnmal und später ein Museum zu errichten.
In Jamlitz wurden stattdessen die letzten Zeitzeugnisse beseitigt (Lagerstein, Torpfeiler).  Von 1973 bis zum Ende der DDR 1990 erinnerte in Jamlitz nichts an dieses Lager.